Reisen im Kopf #3 – Die Todesstrasse

Heute nehme ich Euch mit auf den „Camino de la Muerte“, die Todesstrasse. Diese befindet sich in Bolivien in der Nähe von La Paz. Auf einer Strecke von rund 65 Kilometern schlägelt sich die enge Schotterstrasse über ca. 3’500 Höhenmeter entlang der Berge. Sie führt durch verschiedene Klimazonen, vom kalten, trockenen Altiplano bis hinunter in den feuchtwarmen Regenwald. Die Todesstrasse war früher eine bedeutende Verbindung zwischen dem Regenwald und La Paz. Es kam zu sehr vielen Unfällen, da die Strasse sehr schmal und nicht mit Leitplanken gesichert war.

2006 wurde eine neue Strasse gebaut und seit da ist auf der Todesstrasse vor allem der Fahrradverkehr unterwegs. Es macht ziemlich viel Spass mit dem Fahrrad vom Start auf ca. 4’650 m ü. M. zum Ziel auf ca. 1’200 m ü. M. über Stock und Stein, durch gefüllte Wasserlöcher und unter Wasserfällen zu fahren.

Leicht bibbernd stehen wir beim Start, es ist kalt und ein eiskalter Wind weht uns um die Ohren. Die Höhenluft auf ca. 4’650 m ü. M. ist dünn.

Nun gehts abwärts, zuerst einen Teil auf der asphaltierten Strasse und dann gehts auf die Schotterpiste.

Dann wirds so langsam grüner… die Luft wird „dicker“ und es wird natürlich wärmer. Die Strasse schlängelt sich am Berg entlang und oft gehts auf der linken Seite einfach nur hunderte Meter tief runter, ohne dass da wirklich viele Leitplanken wären.

Die Fahrt macht ordentlich Laune, da es für normal geübte Mountainbiker nicht schwierig ist, wir gut und sicher eingepackt sind und die Bikes waren in einem guten Zustand. So nutzen wir es, auch mal ordentlich Tempo zu machen und um die Kurven zu flitzen, mit dem Nervenkitzel nicht zu wissen, was dahinter ist.

Hinter jeder Kurve findet sich wieder ein anderer Ausblick und wir geniessen die Fotostopps und kommen dann sicher am Ziel an.

Die Tour kann ich wärmsten empfehlen und sobald ich mal wieder in La Paz bin, werde ich diese auf alle Fälle nochmal machen! Die Kombination zwischen einem tollen Fahrraderlebnis und dem Erlebnis durch so viele unterschiedliche Klimazonen zu fahren, war einfach einmalig.